Brennnnesseln Brennnesseln oder brennnesseln Brennnesseln nicht

Naturschutzjugend Altstadt auf Entdeckungstour im Ort

Vor kommt sie laut Lehrbüchern fast überall: an Ufern, in Gärten, aber auch an Weg- und Straßenrändern. Besonders nährstoffreiche Böden mag sie gern, und überall an Stängeln und Blättern hat die Pflanze feine Härchen, die brennen. "Und wenn man sie anfasst, dann bricht die Spitze dieser Härchen ab und das Gift spritzt heraus", erzählte Christiane Nagel ihren Schützlingen von der Altstadter Naturschutzjugend - um dann darauf hinzuweisen, dass gar nicht alles so stimmt, was in den Lehrbüchern steht. Denn zum einen war es alles andere als einfach, die Brennnessel bei der Exkursion durch den Kirkeler Ortsteil ausfindig zu machen, und zum anderen brennnesseln Brennnesseln nicht immer. "Gewusst wie", machte die Jugendbetreuerin vor, wie man das Gewächs anfassen muss, damit es nicht weh tut.

Brennnesseln Brennnesseln nun oder nicht, das ist hier die Frage: Die Altstadter Naturschutzjugend machte bei ihrem Rundgang durch den Ort die Probe aufs Exempel. Jonas Lehmann (2. v.links) schaut sich die klitzekleinen Brennhärchen unter der Lupe an. Foto: Baus

"Aber selbst wenn's juckt und brennt, ist das nicht gefährlich, es ist halt nur unangenehm auf der Haut. Die Brennhärchen dienen übrigens zum Schutz vor dem Gefressenwerden durch Tiere", betonte die örtliche Naturschutzbeauftragte, wie "schlau" die wenig geliebte Pflanze ist. "Und nützlich ist sie auch: Zum Beispiel leben viele Schmetterlingsraupen von der Brennnessel". Dass es sie, im Gegensatz zu früher, nur noch selten im besiedelten Bereich gibt, sei die Folge eines übertriebenen Sauberkeits- und Ordnungssinns. "Dabei kann man sie sogar essen, im Salat oder als Suppe ist sie eine Köstlichkeit und als Tee ein sehr wirksames Heilmittel", stellte Christiane Nagel die Vorzüge der ach so geächteten Pflanze heraus.

Die Brennnessel war nicht die einzige Spezies, nach der die Kinder- und Jugendgruppe des Naturschutzbundes sich im Ort umschaute. Bei der Teilnahme am bundesweiten Erlebniswettbewerb galt es, innerorts auch nach dem Kleinen Fuchs, dem Mauersegler oder Fledermäusen Ausschau zu halten. Und natürlich war das Augenmerk auch darauf zu richten, was sonst noch in Mauerritzen, Verkehrsinseln, Vor-, Zier- und Gemüsegärten oder Verkehrsinseln kreucht und flucht. Zum Empfang gab es, bei sommerlicher Hitze, sogar gleich eine große Rarität zu bewundern: Eine Mauereidechse beobachtete den Naturschutz-Nachwuchs am Kindergarten. Mutig lugte sie aus ihrem Versteck heraus, und sobald die Jungend und Mädchen etwas Abstand nahmen, gönnte sich das putzige Reptil mit dem lockeren Schwanz gar ein Sonnenbad. Von den gesuchten Arten wurde gleich auch der pfeilschnelle Mauersegler entdeckt. "Eigentlich verbringen diese Vögel ihr ganzes Leben in der Luft; sie fressen und schlafen sogar beim Fliegen", erklärte Christiane Nagel. Nur zum Brüten und zur Aufzucht der Jungen komme der Vogel auf die Erde. "Ich verrate euch auch noch, woher der Mauersegler seinen Namen hat: Selbst die Füße sind ganz an ein Leben in der Luft angepasst. Sie sind ganz kurz, und um starten zu können, krallt sich der Mauersegler an hohen Mauern fest. Am Boden ist dieser Vogel meist hilflos". Im übrigen sei der Mauersegler der erste Zugvogel, der sich ins Winterquartier aufmacht. "Schon Anfang August verschwinden sie wieder. Wenn er nicht mehr zu sehen ist, dann ist es auch mit dem Sommer bald vorbei", informierte die NAJU-Leiterin.

Dass es an einem heißen Sommertag tagsüber keine Fledermäuse zu sehen geben kann, darüber waren sich die jungen Naturkundler im Klaren. Dass sie aber abends in der Dämmerung ihr Quartier in alten Bäumen, auf Dachböden oder auch hinter Hausverkleidungen verlassen, das war allgemein schon bekannt - und auch dass Feldermäuse keine Vampire sind, sondern sehr nützliche Insektenvertilger.

 


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Letzte Änderung: 5. August 2001