NABU diskutiert den Entwurf des neuen Flächennutzungsplans für Kirkel

 

Nicht ganz einverstanden ist der Altstadter Naturschutzbund mit dem Entwurf des neuen Flächennutzungplanes für Kirkel. In seiner jüngsten Zusammenkunft, an der auch mehrere Mitglieder von Gemeinderat und Ortsrat teilnahmen, wurde über die Planungen beratschlagt, die speziell den kleinen Ortsteil betreffen. Grundtenor der Diskussionen: Gegen die künftige Nutzung des derzeitigen Militärdepots "Am Zunderbaum" als Gewerbegebiet gibt es ebenso wenig Einwände wie gegen das Areal "Auf der Platte" als neues Baugebiet. Der "Schindhügel" hingegen, der nach dem Planentwurf gleichermaßen als Neubaugebiet vorgesehen ist, soll nach den Vorstellungen des NABU indes in seinem jetzigen Zustand belassen werden.

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Mehrere Gründe wurden dafür ins Feld geführt: "Die Gutachter nennen in ihrer Bewertung gleich selbst eine ganze Reihe von Bedenken, vor allem aus ökologischer Sicht", skizzierte Hans-Joachim Schindelhauer-Deutscher, der Schriftführer des Umweltverbandes. So seien Beinträchtigungen des Landschaftsbildes "aufgrund der exponierten Lage der Fläche" selbst bei entsprechender Eingrünung des Baugebietes nicht ausgeschlossen werden. Die Vielfalt an unterschiedlichen Nutzungen von der Obstwiese über kleinere Ackerparzellen über Wiesenbrachen bis hin zu einem recht wertvollen Birkenhain stelle gerade am Rand der derzeitigen Ortslage ein abwechslungsreiches Mosaik dar. Im übrigen sei auch die relative Nähe zur Autobahn Mannheim-Saarbrücken in Betracht zu ziehen: Sollte der "Schindhügel" tatsächlich Baugebiet werden, müssten die Bewohner mit nur geringem Abstand zur dieser Straße mit erheblicher Lärmbelästigung rechnen.

Bedenken aus ganz anderer Perspektive brachte Bernd Binkle, der stellvertretende Vorsitzende, vor. "Wir können doch nicht sämtliche Flächen, die sich eventuell für eine Bebauung eignen, tatsächlich in den nächsten 10 oder 15 Jahren bebauen. Wir müssen doch etwas übrig lassen für die Generationen, die danach kommen", äußerte er sich kritisch. Weitere Baugebiete seien für Altstadt dann nämlich nicht mehr vorhanden, wie das Flächennutzungskonzept zeige. Jene Areale, die seitens des Gutachterbüros ansonsten unter die Lupe genommen worden sind, wurden als ungeeignet beurteilt - das "Haustal" in Richtung Kleinottweiler oder der "Wackenhübel" zur Bahnlinie Homburg-Saarbrücken hin. Gegen eine behutsame und umweltbewusste Inanspruchnahme der "Platte" rechterhand des Erbacher Weges hat der Naturschutzbund hingegen keine Einwände, zumal es sich bei diesem Gelände um eine monotone, ausgeräumte Ackerbaufläche handele. Allerdings sollte für einen sparsamen Umgang mit dem Areal, sprich kleine Bauplätze ebenso Sorge getragen werden wie für eine ordentliche Eingrünung. Zudem seien die Folgen abzuschätzen, etwa was die Zunahme des innerörtlichen Fahrzeugverkehrs betrifft. Widerstand kündigten indes die anwesenden andwirte Horst und Dieter Körner an: Als Eigentümer bzw. Nutzer zeigten sie sich mit einer Überplanung und Bebauung nicht einverstanden, zumal bei der Nähe zum landwirtschaftlichen Betrieb Konflikte quasi vorprogrammiert seien.

In seiner Stellungnahme an die Gemeinde will der Naturschutzbund außerdem die Aufstellung eines Konzeptes zur Dorferneuerung anmahnen. Schon jetzt sei allgemeine der Trend zur "Verödung" der alten Wohnlagen auch in Altstadt erkennbar. Gerade aber über derartige Pläne lasse sich der Entwicklung begegnen und neuer "lebenswerter" Wohnraum in den Ortskernen schaffen, so dass neue Erschließungen in die Landschaft hinein verringert werden könnten.

M. Baus


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Letzte Änderung: 15. April 2002