Den Wäschbach wieder von Hindernissen befreit

Ein Unhold macht dem Altstadter Naturschutzbund das Leben schwer: Mit seiner Wühlerei im Untergrund gräbt der Unhold dem Umweltverband sozusagen das Wasser ab. Vom Bisam, einem eigentlich recht putzigen und harmlosen Nagetier, ist die Rede. Ein verzweigtes unterirdisches Tunnelsystem hat er sich angelegt, um unbehelligt vom Wässergraben in den Feilbach zu gelangen. Die Folge diese Art Bergbau in Miniatur: Aus dem ersteren, sehr sauberen Bach fließt das feuchte Nass in das zweite, ziemlich verschmutzte. Die eventuelle Folge davon: Der Wäschbach führt zwar noch genügend Wasser. aber wenn der wühlende Nager so weitermacht, könnte er ihn bald trockenlegen. Der Altstadter Naturschutzbund entdeckte die Schadstelle bei seinem jüngsten Arbeitseinsatz, wenn die Frostperiode vorüber ist, sind Reparaturen angesagt.Angelegt worden war der Graben, nachdem sich die Altstadter Bauern irgendwann im vorvorigen Jahrhundert ein ausgeklügeltes System zur Be- und Entwässerung ihrer Wiesen überlegt hatten. Schleusen, Quellen, Gräben und Gräbchen sowie nicht zuletzt auch die natürlich vorhandenen Wasserläufe waren in dieses Netzwerk eingeflochten worden. Und dieses Geflecht war es dann auch, das bei anhaltender Trockenheit die Möglichkeit bot, das Wiesenland zu bewässern, während andererseits in der Zeit der Heu- und Grummeternte das nasse Element zwecks trockenerem Arbeiten auf einfache Weise abgeleitet werden konnte.


"Arbeitsdienst" am Wäschbach: wo Frauen früher ihre Wäsche wuschen und die Neuigkeiten aus dem Dorf austauschten, sorgt seit 20 Jahren der Altstadter Naturschutzbund dafür, dass das ganz saubere Wasser fließen kann. Abflusshindernisse wurden jetzt von den Helfern aus dem Bach "gefischt".
Foto: Baus

Doch diese Zeiten sind schon lange passé. Mit der Intensivierung der Landwirtschaft, bei der die kleineren Bauernhöfe fast ausnahmslos das Handtuch warfen, büßte auch die "Wässerei" ihre Funktion ein. Heu und Grummet waren plötzlich Fremdwörter geworden, Silage hieß und heißt die Devise des industriellen Grünschnitts, große Trecker mähen mit wuchtigen Kreisel das speziell angebaute "Weidelgras" fast allmonatlich in atemberaubendem Tempo. Was geblieben ist, sind Ruinen von Schleusen, zugewuchert, von der Natur zurückeroberte Gräben, verrohrte, unteriridische Wasserläufe, die der rasanten Landbearbeitung wegen im Weg waren.Allein besagter Graben, in Altstadt noch als "Wässergraben" geläufig, hält bisweilen die Erinnerungen an diesen Alltag vergangener Zeiten wach. Nachdem der Bach der Wässerei längst ledig war, bot er über Jahre hinweg verwahrlost, verschmutzt und zur Abwasserkloake verkommen, ein wenig schönes Bild.

Zeitweise wurde deswegen sogar mit dem Gedanken gespielt, ihn einfach mit Bauschutt und sonstigem Material zu verfüllen. Tatsächlich war bereits ein Teil des Be- und Entwässerungssystems auf diese Art verschwunden. Genau 20 Jahre ist es nunmehr her, dass der Naturschutzbund von der örtlichen Wässereigenossenschaft den Bach im Pachtverhältnis übernahm. "Wir wollen den Graben unbedingt erhalten, weil er in vielerlei Hinsicht wichtige Funktionen im Naturhaushalt erfüllt", berichtet Erwin Wolf, der stets nach dem Rechten schaut. Allein schon der Umstand, dass der Bach ausschließlich von einer artesischen Kesselquelle gespeist werde, sei einzigartig: Das Wasser ist absolut sauber. Bewachsen ist der Wässergraben auf einer Seite von einem Saum uralter Eichen-, Erlen- und Weidenbäume. die teilweise an steilen Sandsteinfelsen wachsen Und weil die Baumriesen nun einmal ihrer Natur nach im Herbst ihr Laub abwerfen, geht der NABU immer wieder an Bach arbeiten. Erwin Wolf ist es vor allem, der regelmäßig auf Kontrolle geht und die kleinen Hindernisse gleich beseitigt. Wenn der Bisam aber kurzerhand das Wasser umleitet, dann ist schon einmal ein größerer Einsatz angezeigt. "Und das rentiert sich auf jeden Fall, denn schließlich kann man hier auch den Eisvogel beobachten, der im klaren Wasser nach Fischen jagt", berichten die Naturschützer, die jetzt "Schippe und Rechen" bei der Sache waren, um Abflusshindernisse zu beseitigen.

Bei ihrem Arbeitseinsatz jetzt gab es für die Helfer des NABU noch ein Schauspiel der besondereren Art: Bekassinen zeigten sich gleich dutzendweise. Mit ihren langen Schnäbeln stochern sie im Schlamm nach ihrer Nahrung; da es im Umfeld der verschiedenen Quellen im Naturschutzgebiet "Kühnbruch" nicht gefroren ist, können sie derzeit dort gut überwintern. h diese Zeiten sind schon lange passé. Mit der Intensivierung der Landwirtschaft, bei der die kleineren Bauernhöfe fast ausnahmslos das Handtuch warfen, büßte auch die "Wässerei" ihre Funktion ein. Heu und Grummet waren plötzlich Fremdwörter geworden, Silage hieß und heißt die Devise des industriellen Grünschnitts, große Trecker mähen mit wuchtigen Kreisel das speziell angebaute "Weidelgras" fast allmonatlich in atemberaubendem Tempo. Was geblieben ist, sind Ruinen von Schleusen, zugewuchert, von der Natur zurückeroberte Gräben, verrohrte, unteriridische Wasserläufe, die der rasanten Landbearbeitung wegen im Weg waren. Allein besagter Graben, in Altstadt noch als "Wässergraben" geläufig, hält bisweilen die Erinnerungen an diesen Alltag vergangener Zeiten wach. Nachdem der Bach der Wässerei längst ledig war, bot er über Jahre hinweg verwahrlost, verschmutzt und zur Abwasserkloake verkommen, ein wenig schönes Bild. Zeitweise wurde deswegen sogar mit dem Gedanken gespielt, ihn einfach mit Bauschutt und sonstigem Material zu verfüllen.

Tatsächlich war bereits ein Teil des Be- und Entwässerungssystems auf diese Art verschwunden. Genau 20 Jahre ist es nunmehr her, dass der Naturschutzbund von der örtlichen Wässereigenossenschaft den Bach im Pachtverhältnis übernahm. "Wir wollen den Graben unbedingt erhalten, weil er in vielerlei Hinsicht wichtige Funktionen im Naturhaushalt erfüllt", berichtet Erwin Wolf, der stets nach dem Rechten schaut. Allein schon der Umstand, dass der Bach ausschließlich von einer artesischen Kesselquelle gespeist werde, sei einzigartig: Das Wasser ist absolut sauber. Bewachsen ist der Wässergraben auf einer Seite von einem Saum uralter Eichen-, Erlen- und Weidenbäume. die teilweise an steilen Sandsteinfelsen wachsen Und weil die Baumriesen nun einmal ihrer Natur nach im Herbst ihr Laub abwerfen, geht der NABU immer wieder an Bach arbeiten. Erwin Wolf ist es vor allem, der regelmäßig auf Kontrolle geht und die kleinen Hindernisse gleich beseitigt. Wenn der Bisam aber kurzerhand das Wasser umleitet, dann ist schon einmal ein größerer Einsatz angezeigt. "Und das rentiert sich auf jeden Fall, denn schließlich kann man hier auch den Eisvogel beobachten, der im klaren Wasser nach Fischen jagt", berichten die Naturschützer, die jetzt "Schippe und Rechen" bei der Sache waren, um Abflusshindernisse zu beseitigen. Bei ihrem Arbeitseinsatz jetzt gab es für die Helfer des NABU noch ein Schauspiel der besondereren Art: Bekassinen zeigten sich gleich dutzendweise. Mit ihren langen Schnäbeln stochern sie im Schlamm nach ihrer Nahrung; da es im Umfeld der verschiedenen Quellen im Naturschutzgebiet "Kühnbruch" nicht gefroren ist, können sie derzeit dort gut überwintern.


Martin Baus

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Letzte Änderung:26.01.2003