Neue Plätze an der Sonne für die Mauereidechsen im Zollbahnhof

Alte Industrierelikte kamen bei jenen Pflegearbeiten ans Tageslicht, die jetzt auf dem Gelände des ehemaligen Zollbahnhofes in Altstadt beendet wurden. Auf Initiative des Altstadter Naturschutzbundes hatte Christoph Braunberger vom Umweltdezernat des Saarpfalz-Kreises den zweiwöchigen Arbeitseinsatz organisiert. Im Vordergrund stand dabei die Zielsetzung, den seltenen Mauereidechsen neuen Lebensraum zu erschließen. Auf dem Areal des ehemaligen Zollbahnhofes findet sich eines der größten Vorkommen dieser Reptilienart in Deutschland, wie mehrere wissenschaftliche Gutachten behaupten. Der Arbeitstrupp der Arbeiterwohlfahrt (Awo) unter der Leitung von Werner Specht war zusammen mit Mark Jungfleisch und Stefan Hirsch, den "Umweltzivis" des Saarpfalz-Kreises teilweise bei klirrender Kälte im Einsatz. Freigelegt wurde dabei eine mehrere hundert Meter lange Rampe, die noch aus der Anfangszeit des Zollbahnhofes stammt. Dieser wurde den 1920er Jahren als Grenzbahnhof zwischen Deutschland und Frankreich gebaut; das "Saargebiet" stand damals unter der Verwaltung des Völkerbundes und war wirtschaftlich Frankreich angeschlossen. Freigelegt wurde dieser Teil insbesondere deswegen, weil er sonnenexponiert nach Süden liegt und Mauereidechsen sehr wärmeliebend sind, wie Christoph Braunberger erklärte. Für die Verbrennung des organischen Materials war vorab eigens eine behördliche Genehmigung bei der Kirkeler Gemeindeverwaltung eingeholt worden. Wo
einstmals Züge abgefertigt wurden, können nun im Frühjahr in den Mauerritzen sich sonnende, flinke Echsen beobachtet werden.



Foto: Baus


Martin Baus


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Letzte Änderung:26.01.2003