Der Altstadter Naturschutzbund hat viele Mitglieder, aber keinen Nachwuchs

Der Altstadter Naturschutzbund hat mittlerweile mehr Mitglieder aus Limbach als aus Altstadt selbst. Diese überraschende Information hatte Schriftführer Hans-Joachim Schindelhauer-Deutscher in der Generalversammlung des mitgliederstärksten Umweltverbandes in der Gemeinde Kirkel parat. Demnach stehen 124 Limbacher Adressen in der Mitgliederkartei, während es aus Altstadt 116 sind. 30 weitere Namen werden unter anderen Wohnorten geführt. Und noch eine Besonderheit erwähnte Schindelhauer-Deutscher: "Fast die Hälfte unserer Mitglieder ist älter als 50 Jahre". Und genau dieses Thema bildete einen Schwerpunkt der Diskussionen.

"Wir haben die Grenzen unserer personellen Möglichkeiten erreicht. Von November bis März stehen schon jetzt nahezu jede Woche Pflegearbeiten an. Wir können im Prinzip keine weiteren Projekte mehr beginnen, weil unser verlässlicher Mitarbeiterstab damit reichlich ausgelastet ist - zumal die Helfer fast durchweg im Pensionsalter sind. Was wir dringend notwendig hätten, wären einige jüngere Leute, die auch in der Organisation, der Geschäftsführung und der Jugendarbeit mithelfen", resümierte Vorsitzender Martin Baus in seinem Tätigkeitsbericht. Die derzeitige Alterstruktur mache in dieser Hinsicht aber wenig Hoffnung. Der Rückschnitt von Kopfweiden, die Betreuung eines Baches, die Pflege von Streuobstwiesen, die Kontrolle von Nistkästen oder die Schaffung von neuen Lebensräumen für Eidechsen gehörten nach seinen Worten "unter anderem" zum zurückliegenden Arbeitsprogramm. Aber auch zahlreiche naturkundliche Exkursionen und Vorträge in Kooperation mit der Volkshochschule seien auf große Resonanz gestoßen. "Und der mit Anlegung einer großflächigen Hecke entlang eines Feldweges haben wir unter den Ortsgruppen im Saarpfalz-Kreis wieder Akzente gesetzt und quasi das Vorzeigeprojekt des vergangenen Jahres auf den Weg gebracht", ließ der Vorsitzende Revue passieren. Dass die "Naturschutzjugend", die Nachwuchsorganisation des Nabu, nach bald zehn Jahren ihres Bestehens aufgegeben wurde, war indes ein Wermutstropfen in seinem Bericht. Christiane Nagel, die Altstadter Naturschutzbeauftragte und Jugendleiterin, ergänzte dazu Einzelheiten und kündigte an, im Herbst eine Neugründung in Angriff nehmen zu wollen. Dazu sollen nach ihren Worten Kinder ab sechs Jahren gezielt angesprochen werden. Vogelwart Kurt Wolf skizzierte den Besatz der gut 100 künstlichen Nisthilfen, die vom Umweltverband in allen Altstadter Gemarkungen installiert worden sind. "Der größte Teil war wieder von Meisen besetzt. Aber auch Feldsperlinge, ein Trauerschnäpper und Baumläufer haben sich im letzten Jahr einquartiert". Und auch Hornissen, Wildbienen und sogar Siebenschläfer habe er bei seinem zusammen mit Günter Kleis vorgenommen Kontrollgang angetroffen. Marion Geib, die als "Webmasterin" die Intenet -Homepage der Altstadter Ortsgruppe betreut berichtete von 7000 Zugriffen auf diese Seiten. Ortsvorsteher Rudi Enkler, der zum Versammlungsleiter bestellt wurde und die Entlastung des Führungsteams herbeiführte, dankte dem Umweltverband für das Engagement beim Dorffest: Der Stand des Naturschutzbundes insbesondere mit seinen feinen Weinen aus ökologischem Anbau sei auch in 2002 wieder ein Anziehungspunkt gewesen.

Bei den Neuwahlen zur Vorstandschaft wurden auf die Dauer von zwei Jahren gewählt: Vorsitzender Martin Baus, stellvertretender Vorsitzender Bernd Binkle, Schriftführer Hans-Joachim Schindelhauer-Deutscher, Kassierer Hannes Sand, Vogelwart Kurt Wolf, Jugendleiterin Christiane Nagel, Beisitzer Heinz-Günther Wolf, Marion Geib ("Webmasterin"), Harald Pfeiffer, Erich Dorner und Dieter Körner. Neuer Kassenprüfer ist Werner Dehn

Erika Wolff, die für den saarländischen Nabu-Landesvorstand Gast der Generalversammlung war, appellierte an die Altstadter Ortsgruppe, sich in die Diskussion um die anvisierte Verbrennung vom Klärschlamm im Bexbacher Kraftwerk einzuklinken. "Sollte dieses Vorhaben in die Realität umgesetzt werden, dann droht uns die Müllverbrennung auf die billige und umweltschädliche Tour in großem Stil", fasste sie zusammen. Deshalb sei gegen dieses Ansinnen der Kraftwerksbetreibers Widerstand auf breiter Front notwendig.


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Letzte Änderung:20.03.2003