NABU Altstadt kritisiert Bexbacher Klärschlammpläne

Der Altstadter Naturschutzbund ist gegen die geplante Verbrennung von Klärschlamm im Bexbacher Kohlekraftwerk. Nach Auffassung des Umweltverbandes sprechen gewichtige Gründe gegen die Verbrennung von Rückständen aus der Abwasseraufbereitung in Kraftwerken, die umwelttechnisch dafür nicht ausgerüstet sind. "Die Filteranlagen im Bexbacher Kraftwerk sind nicht dafür ausgelegt, höchst problematische Schadstoffe wie Quecksilber, Cadmium, Thallium oder sogar Dioxine wirksam zurückzuhalten", heißt es in der Erklärung des Nabu. Nicht mehr verwertbarer Klärschlamm gehöre in die Müllverbrennung, zumal diese Anlagen die Abgasgrenzwerte der entsprechenden "Abfallverbrennungsrichtlinie" unterschreiten. Da die Bestimmungen für Kraftwerke weitaus großzügigere Grenzwerte gestatten als sie für Müllverbrennungsanlagen obligatorisch sind, sei die Beimischung von Klärschlämmen unter die Kohle einfach nicht verantwortbar.

Zudem, so der Altstadter Naturschutzbund, sei der Heizwert der Kläranlagenabfälle wesentlich geringer als jener von Kohle. "Sie enthalten jedoch ein Vielfaches an Schadstoffen als die entsprechen Kohlemenge. Und deren Rückstände wiederum finden sich im Filterstaub, im Flugstaub, im Abwasser der Rauchgasentschwefelungsanlage sowie in den Abgasen, die über den monumentalen Schornstein großflächig verteilt werden". Um die Auswirkungen des Vorhabens überhaupt realistisch beurteilen zu können, hätte vorab eine "Umweltverträglichkeitsprüfung" stattfinden müssen, bei der auch die Ausbreitung dieser Schadstoffe zu kalkulieren sei. Nur auf diese Weise könne einigermaßen zuverlässig kalkuliert werden, wie sich der "Schadstoffcocktail" auf Menschen, Tiere, Pflanzen, Böden und nicht zuletzt das Grundwasser auswirke.

Ebenfalls sei abzusehen, dass die zusätzlichen Belastungen für die Blies durch die Abwässer aus der Rauchgasentschwefelungsanlage des Bexbacher Kraftwerkes nicht unerheblich seien. "Die Konsequenzen der Einleitung von mehr als 1,6 Millionen Kubikmeter stark kontaminierter Abwässer sind mithin Ursache dafür, dass die angestrebte Gewässergüteklasse II für die Blies bislang nicht erreicht werden konnte. Auch der Aspekt der Verkehrsbelastung ist nach Auffassung der NABU unbedingt zu berücksichtigen, seien für den Transport der Klärschlämme mehr als 120 Fuhren schwerster LKWs erforderlich. Die Auswirkungen entlang der in Frage kommenden Verkehrswege sei bislang nicht in die Überlegungen eingeflossen. Insgesamt sieht der Altstadter Umweltverband zu viele ungeklärte Fragen bei der Verbrennung von Klärschlamm im Kohlekraftwerk. Gefordert wird deshalb unter anderem die Erstellung einer umfangreichen Umweltverträglichkeitsstudie. Am Zug sei aber auch der Kirkeler Gemeinderat: Da die Auswirkungen der anvisierten Verbrennung auch die Bürger und die Natur in den drei Kirkeler Ortsteilen betreffe, müsse auch von den verantwortlichen Kommunalpolitikern ein striktes Nein zu diesem Vorhaben kommen.

Martin Baus

Weitere Informationen unter: www.nabu-saar.de/standpunkte/sp_klaerschlamm/klaer_verbrenn/klaer_verbrenn.html

 


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Letzte Änderung:08.05.2003