Altstadter Naturschutzbund lädt zur molligen Schlürflust beim Dorffest

"Wein will nicht getrunken sein wie Bier im Wellenschlag Durst stillender Schlundvergnüglichkeit, son-dern im Allmählichkeitstempo molliger Schlürflust!": Diesen Wahlspruch des pfälzischen Weinpapstes Eduard Witter (1824 - 1912) erhebt der Altstadter Naturschutzbund (NABU) zu seiner Devise auf dem bevorstehenden 5. Altstadter Dorffest. Edle Tropfen, und die zum größten Teil aus biologischem Anbau, kredenzt der Umweltverband nämlich wieder bei dieser Ereignis, das am Samstag, 5. Juni, und am Sonntag, 6. Juni, auf dem Dorfanger am Spritzenhaus gefeiert wird. Rot- und Weißweine aus ver-schiedenen Regionen hat der Umweltverband neuerlich im Ausschank. Den Schwerpunkt bildet für dieses Mal der Kaiserstuhl in Südbaden: Von Bioland-Winzer Trautwein aus Bahlingen kommen gleich mehrere Sorten: Rassiger Spätburgunder, ein samtig-herber Tropfen von rubinroter Farbe, mit frucht-reichem, an Kirschen erinnerndem Burgunderbukett beispielsweise, oder ein duftiger Weißburgunder mit dem quirligen Aromaspiel von Aprikose und Pfirsich (der "Riesling" aus der Burgunderfamilie) werden entkorkt.

Spritzig-quirliger Rivaner bietet als dritter im Bunde der Trautwein-Weine einen schönen Querschnitt der Bandbreite badischen Bioweinbaus und obendrein Gaumenfreuden pur. Vom gleichen Erzeuger stammt auch der frisch-fruchtige Trauben-Cidre, der sich speziell bei höheren Temperaturen zur Er-quickung und Labsal anempfiehlt. Aber auch die Liebhaber von elegantem Riesling kommen in der Weinlaube des Naturschutzbundes wieder auf ihre Kosten: Aus der Pfalz, aus Deidesheim, aus dem Weingut Dr. Deinhard genauer gesagt kommt einer daher, der Schlückchen für Schlückchen das längst vergessen geglaubte Flou-Flou alter Zeiten wieder aufleben lässt. Ratschlag für die Freunde von derlei besonderen Rebensäften: Zum rechten Hochgenuss gehört bekanntlich das passende Glas, und für das Dorffest hat der NABU verständlicherweise nur die üblichen, preiswerten Kelche parat. Wer also standesgemäß schwelgen möchte, der möge sein hochwertiges Glas am besten selbst mitbringen. Der Naturschutzbund schänkt auch so gerne ein. Da Weingenuss bekanntlich zehrt, wird auch nicht vergessen, dadurch verlorene Kalorien wieder aufzufüllen. Deftige Kässchmeerschmieren vom rustikalen Dunkellangbrotlaib mit scharfer Klinge geschnitten, harmonie-ren hervorragend zu den Kleinodien aus den Winzerkellern. Auch passende selbst gebackene Kuchen finden sich auf dem Büfett.

Mit Mineralwasser, Orangina und anderem Trunk steht freilich auch Unalkoholisches im Repertoire. und auch zum Schauen gibt es was: Alte Bilder aus Altstadt und auch Limbach, großformatig vergrößert, werden in der Weinlaube des Naturschutzbundes sicherlich Anlass für vielerlei Diskussionen sein und mancherlei Erinnerungen auffrischen.

Martin Baus

 


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Letzte Änderung: 27.05.2004