Zerstörung des Zollbahnhofes war Thema der NABU-Generalversammlung

Der höchste Mitgliederstand seit der Gründung vor mehr als 25 Jahren, eine gute Kassenlage, zahlreiche helfende Hände bei den Arbeitseinsätzen, viele Teilnehmer bei Exkursionen und Vorträgen - rundum zufriedene Gesichter hätten bei der Generalversammlung des Altstadter Naturschutzbundes eigentlich erwartet werden dürfen. Dass aber genau das Gegenteil der Fall war, das lag an den Vorkommnissen auf dem Gelände des ehemaligen Zollbahnhofes. Dessen neue Nutzung als Schotterlager und die damit einhergehende Vernichtung wertvoller Lebensräume hat der Umweltverband noch nicht verdaut. Obwohl die Schutzwürdigkeit des Areals längst nachgewiesen und in der offiziellen Ausweisung als "Vorranggebiet für Naturschutz" durch die Landesregierung bestätigt sei, stehe man der Zerstörung ohnmächtig gegenüber.

"Es heißt offiziell, dass gegen diese Aktivitäten nichts zu machen sei, weil eine so genannte Entwidmung des Geländes versäumt wurde. Eine industrielle oder gewerbliche Nutzung kommt deswegen zwar nicht mehr in Frage, aber alles, was mit der Bahn zu tun hat, gilt als 'bahnaffin' und bedarf keiner Genehmigung", schilderte Vorsitzender Martin Baus die Sachlage. Das Unternehmen, welches das Gebiet inzwischen erworben habe, könne ohne Planungen und amtliche Genehmigungen nun auch eine neue Straße in den Zollbahnhof hinein bauen, ohne dass Einflussmöglichkeiten bestehen, auch für die Gemeinde nicht. Es sei ein Armutszeugnis sondergleichen, dass sogar gegen die großen Mengen Teeröl, die aus den auf offener Erde gelagerten Bahnschwellen in den Untergrund gelangen, nichts unternommen werde. "Eigentlich sollte man glauben, dass die Bahn aus der nach wie vor latenten Verseuchung des Grundwassers im Bereich des Wasserwerks Altstadt-Beeden etwas gelernt haben sollte", meinte der Vorsitzende im Hinblick auf die jüngst eingerichtete Filteranlage, mit der versucht wird, das Totalherbizid Bromazil aus dem Untergrund zu entfernen. Über den früheren saarländischen Umweltminister Dr. Berthold Budell seien inzwischen Kontakte zu Bundesumweltministerium und der Bahnspitze geknüpft worden.

Weiteres Thema war die alte Linden- und Ahornallee zum ehemaligen Altstadter Bahnhof hin. Nachdem ein Gutachten bis auf eine Ausnahme sämtlichen Bäumen einen durchaus guten Zustand bescheinigt hatte, sollen nun Baumchirurgen für rechte Pflege sorgen. "Wir danken der Gemeinde Kirkel ausdrücklich dafür, dass hier nicht gleich die Motorsägen zum Einsatz gekommen sind, sondern erst einmal ein genauer hingeschaut wurde", unterstrich der Vorsitzende. Durch regelmäßige Pflege aber auch durch Nachpflanzungen könne die Allee auf Dauer erhalten bleiben.

Eine sehr erfreuliche Mitgliederstatistik konnte Schriftführer Joachim Schindelhauer-Deutscher erläutern. Demnach stehen beim Umweltverband derzeit über 350 Namen in der Kartei. Ein Kuriosum skizzierte Schindelhauer-Deutscher: Erstmals hatte der Altstadter Naturschutzbund im letzten mehr Mitglieder aus Limbach als aus Altstadt selbst. Eine gute Beteiligung gab es bei den zahlreichen Arbeitseinsätzen. Ganz gleich, ob es sich um den Schnitt von Kopfweiden oder Obstbäumen sowie Arbeiten an Gewässern handelt, so fände sich stets ein fester Stamm von bis zu 20 Helfern zusammen. Marion Geib berichtete schließlich über die Nutzung der Internetseite; wiederum einige Tausend Interessierte informierten sich demnach im Internet über die Projekte und Aktionen des Altstadter Umweltverbandes.

M. Baus


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Letzte Änderung: 30.03.2006