Arno Hübler

Er hatte weder Bedenken noch Scheu, die neuen zeitkritischen Fragen in sein Programm einzubauen. Damals, als Umwelt- und Naturschutz aus ihrer Nische ins Rampenlicht gerieten und plötzlich breit diskutiert wurden, bot Arno Hübler mit der von ihm geleiteten Volkshochschule bereitwillig die Plattform für die aktuellen Themen. Unser Naturschutzbund war noch kein halbes Jahr alt, als im Frühjahr 1981 etwa Karl-Heinz Winkler von der Interessengemeinschaft Umweltschutz Höcherberg über die akuten wie künftigen Umweltprobleme auf lokaler und regionaler Ebene sprach. Das Feuerwehrhaus, Hüblers obligater Veranstaltungsort, quoll über und über vor Besuchern. Auch wenn er viel Prügel dafür einstecken musste, derart unangenehmen Streitpunkten bei der VHS ein Forum zu geben, ja sich zum Instrument dieser neuen, so argwöhnisch beobachteten Bewegung zu machen, ließ sich Arno Hübler von wüsten Drohungen und Beschimpfungen nicht aus dem Konzept bringen.
Jahre vor der Katastrophe von Tschernobyl wurden die Risiken der Atomenergie ebenso kritisch hinterfragt wie andere große Zukunftsfragen der Menschheit.

Aber auch Vorträge mit lokalen ökologischen Bezügen kamen nie zu kurz - erinnert sei an den Vortragsabend, bei dem der von Franz Kehrein (Waldmohr) gedrehte Film über den „Höllengraben“ der Öffentlichkeit mit dem Ziel präsentierte wurde, die Ausweisung des Areals als Naturschutzgebiet auf den Weg zu bringen. Arno Hübler wurde gleich nach der Gründung Mitglied des Altstadter Naturschutzbundes. Dessen Ziele waren die seinen, hatte er sich doch schon 1970 Jahre aktiv gegen Umweltzerstörung eingesetzt. Als etwa die uralte Lindenallee entlang der Kaiserstraße gefällt wurde, protestierte Hübler dagegen vehement und in aller Öffentlichkeit mit einer couragierten Aktion. Die ernüchternde Erfahrung, trotz vernünftiger Argumente allenthalben auf Ignoranz zu stoßen und zu scheitern, sollte ihn fortan prägen. Diese Erfahrung war es denn auch, die ihn zu unserer örtlichen Gruppe brachte, fand er im Naturschutzbund doch sozusagen Schicksalsgenossen. Jedes Semester der vergangenen drei Jahrzehnte nahm Arno Hübler Vorträge mit ökologischem Hintergrund in sein Programm auf, immer offen für neue Anregungen und Ideen, auf die er geradezu wartete. Ohne die Unterstützung „seiner“ VHS wäre  die vielseitige Fülle der naturkundlichen Exkursionen nie denkbar gewesen.

Auch die Studienfahrten, die von Volkshochschule und Naturschutzbund Altstadt in enger Kooperation zwischen 1985 und 2000 jedes Jahr organisiert wurden, fanden in ihm einen nimmermüden Förderer: Das „Écomusée“ im elsässischen Ungersheim, der deutsch-luxemburgische Nationalpark, Echternach und das Müllertal, der Blumenkorso in Rosheim, der Odilienberg, die heiße Quelle von Merckwiller-Pechelbronn - die Liste der angesteuerten Ziele, die ihn selbst aufs Neue begeisterten, ist lang. Arno Hübler ist am 29. Januar 2008, zwei Tage vor seinem 83. Geburtstag, verstorben. Wir haben mit ihm einen zuverlässigen Freund und Gesinnungsgenossen verloren, der unsere Anliegen in Sachen Natur- und Umweltschutz mit all den Mittel unterstützte, die ihm zur Verfügung standen. Ohne ihn und seine Ideen wird unsere Arbeit zweifellos viel schwieriger werden.  

Martin Baus
Vorsitzender

Arno Hübler an der heißen Quelle von Merkwiller-Pechelbronn, 13. September 1998
Foto: Baus



 





 


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Letzte Änderung: 03.02.2008