Nostalgische Naturfilme und kritische Themen bei der Generalversammlung des Altstadter Naturschutzbundes


Auch nostalgisch zu ging es in der Generalversammlung des Altstadter Naturschutzbundes - dann nämlich, als jener Film vorgeführt wurde, den der Waldmohrer Natur- und Tierfilmer Franz Kehrein vor just 25 Jahren in Altstadt und Umgebung gedreht hatte. Bewegte Bilder von Häusern und Menschen aus dem Ort, aber auch von dem damals noch nicht unter Schutz gestellten Feuchtbiotopen „Höllengraben“ und „Kühnbruch“ gab es zu sehen. Marion Geib hatte es zuvor besorgt, dass die im Format „Super 8“ aufgenommenen Zelluloid-Rollen nun digitalisiert gezeigt werden konnten.

Weit weniger erfreulich geriet allerdings der Sprung zurück in die Gegenwart, den Vorsitzender Martin Baus in seinem Geschäftsbericht zu vollziehen hatte. Die fortschreitende Zerstörung des „Vorranggebietes für Naturschutz“ im Zollbahnhof durch die dortige Industrieansiedlung sowie der Eingriff in das Landschaftsschutzgebiet zwischen Galgenberg und Kirchberg zum Ausbau des dortigen Feldweges stellten für den Naturschutz herbe Rückschläge dar. „Angesichts dieser Vorfälle wird es immer schwieriger, unsere Mitglieder zum weiteren Engagement zu motivieren“, stellte der Vorsitzende fest. Viele stellten sich die berechtigte Frage, warum sie ihre Zeit opfern sollen, wenn die Arbeit hernach doch wieder zunichte gemacht werde.

Obwohl die Zahl der Mitglieder nach den Worten von Schriftführer Hans-Joachim Schindelhauer-Deutscher mit rund 300 ziemlich konstant sei, sei der Kreis der Helfer bei Arbeitseinsätzen mit etwa einem Dutzend relativ klein. Und zu erledigen gab es im Vorjahr beim Altstadter NABU Vieles: Bach und Teiche wurden gepflegt, Obstbäume gepflanzt, Kopfweiden „geschneitelt“ - nur der Einsatz für Trockenrasen und Eidechsen wurde eingestellt. „Die Zustände im Zollbahnhof machen solche Aktionen sinnlos, auch wenn es sich um vereinseigenes Gelände handelt“, skizzierte Vorsitzender Baus. Apropos Eigentum: Im letzten Jahr konnte der Umweltverband seinen Besitz an Grund und Boden auf nunmehr über 70.000 Quadratmeter erhöhen. Eine alte Streuobstwiese kam neu ins „Vereinskataster“. Weitere Obstbäume sollen dort bald gepflanzt werden, und auch die Installierung von speziellen Brutröhren für den seltenen Steinkauz ist geplant.

Nach wie vor große Resonanz finden die Exkursionen; ganz gleich, ob es um Pflanzen, Vögel oder Biotope ging, stets war die Teilnahme groß. Insbesondere „als es in die Pilze ging“, sei der Andrang riesig gewesen.

Eine gute finanzielle Situation des Altstadter NABU konnte Kassenwart Hannes Sand vermelden; auch die erstmalige Beteiligung am Umwelt- und Friedenstag in Homburg, wo über die Arbeitsschwerpunkte, aber auch über die besagten örtlichen Probleme informiert wurde, trug ein Scherflein dazu bei. Unter der Versammlungsleitung von Herbert Biehl wurde die Vorstandschaft entlastet. Bei den anstehenden Neuwahlen wurde Dieter Geib zum neuen „Vogelwart“ gewählt. Er tritt die Nachfolge von Kurt Wolf an und betreut fortan die zahlreichen Nistkästen, die der NABU kreuz und quer über die Altstadter Gemarkung aufgehängt hat.

M. Baus






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Letzte Änderung: 26.03.2008