Adebar im Terzett sondiert Lebensbedingungen in Altstadt


Allem Anschein nach ist Meister Adebar dabei, sich auch in Altstadt häuslich einzurichten. Jedenfalls sorgen seit einigen Wochen drei Exemplare des Weißstorches für nicht wenig Aufsehen im kleinsten Kirkeler Ortsteil. Während die stolzen Schreiter meistens in den Wiesen des hier breiten Bliestals auf der Nahrungssuche zu beobachten sind, sind zwei der Tiere außerdem auf Quartiersuche.

Dabei haben sie offenkundig zwei Standorte näher ins Visier genommen. Auf dem Dach der Galerie Kunststall in der Turmstraße, einem früheren landwirtschaftlichen Gehöft - dort entstand die Aufnahme -, balancieren sie in schöner Regelmäßigkeit über den schmalen First. Der hohe Kamin einer früheren Brennerei in der Ortsstraße scheint es ihnen in Sachen Horstbau aber eher angetan zu haben - dorthin tragen die übrigens nicht beringten Störche eifrig Zweige und Gehölze, um sich damit das zur Brut erforderliche Nest zu bauen. Nicht arg erbaut sind sie indes von dem Horstmast, der vom Altstadter Naturschutzbund vor Jahren schon quasi vorbeugend im Bliesknie aufgestellt worden war: Den hohen Holzpfosten samt Rundgestell lassen sie schlechterdings links liegen. Dass auf beiden Lieblingsdächern geklappert wird, was das Zeug hält, versteht sich von selbst. Bei Hauseigentümern, Nachbarn und Passanten werden derlei Aktivitäten der stattlichen Vögel natürlich mit Interesse, Neugier und gehörig Sympathie im Auge behalten, und gerade bei älteren Bürgern werden Jugenderinnerungen wach.

" Früher waren Störche in den Blieswiesen bei uns ein vertrautes und alltägliches Bild", blickt so mancher zurück. Die letzte Brut der Störche auf einem hohen Baum am Mühlgraben in Limbach hatte 1964 stattgefunden, danach hatte sich Adebar kaum mehr blicken lassen. Vor anderthalb Jahre waren im Spätsommer allerdings rund 60 Exemplare in Altstadt versammelt, um gemeinsam ins südliche Winterquartier abzufliegen - und zwar just in jenem Bereich, in der die Neuankömmlinge derzeit auf Mäuse- und vielleicht auch Froschjagd gehen. Sollte es tatsächlich zu einer Brut kommen, wäre es die gegenwärtig vierte im Saarland nach Beeden, Einöd und Webenheim.

Martin Baus

Foto: Martin Baus



 





 


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Letzte Änderung: 01.05.2008