Sonnentau, Wattebüschel, Blaubeeren -
Altstadter Naturschutzbund war im Bitscher Land botanisieren

18. Juli 2008

„Fleisch“ fressende Pflanzen, dessen einzelne Exemplare pro Jahr bis zu 2000 Insekten fangen und vertilgen, Wollgraswiesen, auf denen ein Meer von weißen Wattebüscheln an die Baumwollfelder der amerikanischen Südstaaten denken ließ, und dazu sattsam reife Heidelbeeren, die auf der Strecke willkommene Wegzehrung waren: Die botanische Exkursion, die der Altstadter Naturschutzbund in Zusammenarbeit mit der saarpfälzischen Kreisvolkshochschule unternahm, hatte unterwegs allerhand Überraschungen parat. Schauplatz der Natur-Tour war dieses Mal das Bitscher Ländchen, das unmittelbare Umfeld des Hanauer Weihers genauer gesagt. Unter der Leitung des Biologen Willi Hammer, der bis zu seiner Pensionierung Lehrer am Homburger Mannlich-Gymnasium war, ging es über den dort neu angelegten „Torf-Wanderweg“. Die extrem langsame Entstehung eines Moores im Laufe der Jahrhunderte, dessen Bedeutung als Lebensraum für seltene Tiere und Pflanzen und die Besonderheiten einzelner Pflanzen standen im Blickpunkt der Erläuterungen, Fachsimpeleien und des "Botanisierens". Besonders angetan hatte es den Teilnehmern der Sonnentau, der von eigens angelegten Holzstegen aus nächster Nähe in Augenschein genommen und mit entsprechendem Equipment auch fotografiert werden konnte - trockenen Fußes und ohne Gefahr zu laufen, knietief und tiefer im sumpfigen Morast zu versinken. Ein besonderes Schauspiel bot sich am späten Vormittag, als plötzlich Scharen von Besuchern im Torfwald unterwegs waren und mit speziellen Kämmen Blaubeeren ernteten. Ein Abstecher führte schließlich noch zum nahen Waldecker Weiher, der sich als Seerosenmeer präsentierte. „Vor 20 Jahren hat es hier noch ganz anders ausgesehen. Hier ist anhand der fortschreitenden Verlandung die Entstehung eines Moores bestens unter die Lupe zu nehmen“, stellte Willi Hammer fest. Am Fuß der Burgruine Waldeck - sie gehörte im hohen Mittelalter zum Besitz der Herrn von Kirkel - gab es dann mit dem Großen Waldportier noch eine ganz seltene Schmetterlingsart im Flug zu sehen.

Martin Baus

 



zurück zur Übersicht
Letzte Änderung: 10.06.2008