NABU-Nistkontrolle in 139 Altstadter Höhlen

Altstadter Vogelhäuschen sind bezugsfertig, Frühjahrsputz des Naturschutzbundes abgeschlossen

27. März 2011

Frühjahrsputz war angesagt beim Altstadter Naturschutzbund:

Die künstlichen Nisthilfen, die der Umweltverband in Feld und Flur aufgehängt hat, wurden Stück für Stück kontrolliert, geputzt und, wenn nötig, repariert. Dieter Geib, der Vogelwart der NABU-Ortsgruppe, hatte zusammen mit seiner Frau Marion alle Hände voll zu tun, um rechtzeitig zur bevorstehenden Brutsaison die Häuschen für die Vögel bezugsfertig zu machen. Sind doch in den verschiedenen Altstadter Gemarkungen inzwischen genau 139 dieser Quartiere in Augenschein zu nehmen. „Wir haben im letzten Jahr einen Rekord erzielt: 87 Prozent der Nisthöhlen waren belegt. 2009 lag die Rate noch wesentlich darunter, bei 68 Prozent genau“, zog Dieter Geib eine aus seiner Sicht sehr beachtliche Bilanz.

Auch über die verschiedenen Arten, die in den zumeist aus Holzbeton gefertigten Domizilen ihren Nachwuchs ausgebrütet und gefüttert haben, führte er Buch. Demnach waren elf vom Kleiber (Bild links) in Beschlag genommen worden. „Dies lässt sich leicht erkennen an der Verklebung des Einflugloches mit Lehm oder am Nistmaterial wie beispielsweise Schuppen der Kiefernrinde“, skizzierte Dieter Geib. Vornehmlich vorlieb vom Angebot des Naturschutzbundes nahmen allerdings verschiedene Meisenarten – die Kohlmeise an vorderster Front.

Aber auch die kleinere Blaumeise und einige Tannenmeisen hatten Einzug gehalten. Mit der genauen Bestimmung der gefiederten Bewohner ist nach den Worten des Vogelwartes aber so eine Sache: „Nicht immer sind Federn oder Resteier vorhaben, anhand derer die exakte Unterscheidung möglich ist. Und auch die Varianten der Nestbauweise lassen nicht immer Rückschlüsse zu“, erläutert er. Die Fachliteratur habe er zwar immer zur Hand, doch in speziellen Fällen ist die Identifizierung über das Aussehen des Nestes schwierig. Ganz seltene Arten sind bei der Kontrolle der Nistkästen aber nicht aufgefallen. Ein Meisenpaar ist ganz unkonventionell vorgegangen und hat sich häuslich in einen Kasten niedergelassen, der eigentlich für Fledermäuse gedacht war.

Auch im letzten Jahr ist es wieder nicht ganz ohne mutwillige Beschädigungen abgegangen. Bei vier Höhlen wurde offensichtlich an der Türsicherung manipuliert, zwei waren gleich komplett verschwunden und eine ist zerstört worden. Alle diese Fälle wurden auf engem Raum in der Flur „Fuchslöcher“ festgestellt.

Bisher ohne Erfolg blieben die Bemühungen des NABU, den putzigen Steinkauz mit speziellen Röhren in Altstadt anzusiedeln – keine davon war bisher besetzt. Gleichwohl, so betonen Dieter und Marion Geib, werden die Bemühungen nicht aufgegeben. Im Feuchtgebiet am Bruchgraben wurde deswegen jetzt eine weitere Nisthilfe dieser Art installiert (Bilder unten).


Martin Baus





Fotos: Marion Geib

zurück zur Übersicht
Letzte Änderung: 30.03.2011