Schlammschlacht beim Altstadter Naturschutzbund -
Wäschbachdeich ist nun wieder dicht

So richtig im Schlamm wühlen durften die Helfer beim jüngsten Arbeitseinsatz des Altstadter Naturschutzbundes. Am Wäschbach wurde ein Damm mit zwei Tonnen Lehm abgedichtet.

Fotos: Martin Baus, Marion Geib

02. April 2011

Nach Lust und Laune sich einmal so richtig im Matsch suhlen, diese Möglichkeit nutzten sie weidlich aus, jene gestandenen Mannsbilder, die beim Arbeitseinsatz des Altstadter Naturschutzbundes Anfang April mit von der Partie waren. Zwei Tonnen Lehm galt es nämlich derart zu verdichten, dass drumherum alles wasserundurchlässig wird - gut bewehrt mit Gummistiefeln stampften die Helfer den breiigen und eiskalten Schlamm und stopften ihn mit bloßen Händen in die sich immer wieder neu auftuenden Löcher, bis am Ende dann doch alle Leckagen geschlossen waren.


Schauplatz der Aktion war das Naturschutzgebiet „Kühnbruch“ nach Niederbexbach zu, wo ein löchriger Damm seit geraumer Zeit Probleme bereitete. Dieser Deich, vor mehr als 20 Jahren von der Gemeinde Kirkel gemauert, trennt den Feilbach von einem anderen Fließgewässer, dem Wäschbach nämlich. Dieser wird aus einer mächtigen artesischen Kesselquelle gespeist und weist deswegen allerbeste Wasserqualitäten auf. Da im Laufe der Jahre der mit Sandsteinen gemauerte Damm aber zusehends löchriger wurde, floss das feuchte Element immer stärker in den Feilbach, während die Wasserführung im Wäschbach immer geringer wurde. Lange Zeit suchte der Altstadter Naturschutzbund nach Möglichkeiten, dem Problem Herr zu werden - auch im Gespräch mit der zuständigen Naturschutzbehörde, aber immer wieder traten neue Schwierigkeiten auf.

Eine Tongrube im Bliesgau bot nun die Gelegenheit, sich des Problems zu entledigen. Sie stellte das erforderliche Material unbürokratisch und kostenlos zur Verfügung; die Gemeinde Kirkel half ebenso schnell und transportierte den Schlamm per Laster so nahe wie möglich an die Leckage. Und ein gutes Dutzend NABU-Helfer besorgte den Rest. „Knochenarbeit“, kommentierte Bernd Binkle etwa das Beifahren des Lehms von der Abladestelle hin zum Wäschbachdamm. Der Schubkarren hielt gerade noch bis zur letzten Fuhre durch, ehe er den Geist aufgab. Damit dieser nicht im feuchten Wiesenboden einbrach, musste die schwere Last auch noch auf schmalen Brettern punktgenau zirkuliert werden. Nach drei Stunden hatten Falk Deckert und Thomas Schmitt alle Löcher zugestampft, die Abdichtung hielt - beide sahen freilich aus, als ob sie einem Moorbad entstiegen seien, nur dass die langsam auf Stiefeln, Kleidern und Armen verkrustende Schlammschicht mausgrau war. „So, das muss jetzt für die nächsten 20 Jahre halten“, war das Fazit, das die Helfer nach getaner Arbeit erledigt, aber erleichtert bei Flaschenbier und belegten Brötchen zogen.

    

Martin Baus


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Letzte Änderung: 3.8.2011