Neue Satzung, alter Vorstand - Altstadter Naturschutzbund hatte „Generalversammlung“
04. April 2012

Die Vereinsstatuten neu, die Vorstandschaft wie gehabt, jede Menge Arbeitseinsätze, aber auch nicht minder wenig Schreibtischarbeit: Dass Naturschutz nicht nur an Bächen, Teichen oder in Streuobstwiesen stattfindet, sondern einen immer intensiveren bürokratischen Aufwand erforderlich macht, wurde in der Generalversammlung des Altstadter Naturschutzbundes deutlich.

Demnach nahmen Stellungnahmen zu Bebauungsplänen und anderen öffentlichen Vorhaben, Grundstücksübertragungen und Satzungsfragen breiten Raum in der Vereinsarbeit ein. Aber auch eine „Belohnung“ gab es für das Engagement die NABU-Ortsgruppe: Für ihr „Biotopverbundsystem“ wurde sie mit dem 3. Möbel-Martin-Preis, der wichtigsten Auszeichnung in Sachen Umwelt- und Naturschutz im Saarland, ausgezeichnet. „über die Wintermonate hinweg stehen die Arbeitseinsätze fast wöchentlich auf dem Programm, was ohne unseren verlässlichen Helferstab so nicht möglich wäre“, hob Vorsitzender Martin Baus hervor. Auffällig sei, dass sich bei den unterschiedlichen Aktivitäten und Angeboten des Altstadter Umweltverbandes ebenso unterschiedliche Interessengruppen unter den Mitgliedern herausgebildet haben: „Unsere Exkursionen haben andere Adressaten und Teilnehmer als unsere Arbeitseinsätze, und gleiches gilt wiederum für die regelmäßigen Versammlungen“.

Fachlich fundierte Stellungnahmen zur Umnutzung des ehemaligen Militärdepots „Zunderbaum“ als Industriegebiet und der Bau einer neuen Zufahrtsstraße durch den Altstadter Wald, die Aufhebung des Naturschutzgebietes „Höllengraben“ in der Bliesaue zwischen Altstadt und Beeden, die industrielle Nutzung des eigentlich als Naturschutzgebiet vorgesehenen „Zollbahnhofs“ forderten zudem eine Fülle fachlich fundierter Stellungnahmen des Altstadter NABU. „Noch nie seit unserer Gründung vor über 30 Jahren gab derart viele massive in Eingriffe in Natur und Landschaft, und noch nie wurden die Belange des Natur- und Umweltschutz derart missachtet“, skizzierte der Vorsitzende. Sämtliche Stellungnahmen, Einwände oder Vorschläge, die seitens des Naturschutzbundes vorgebracht worden waren, seien im formellen Abwägungsverfahren rundweg zurückgewiesen worden.

Der Vorsitzende hob die Mitarbeit des Naturschutzbundes innerhalb der Bürgerinitiative Betroffener der Aktivitäten Zollbahnhof (BIBAZ) besonders hervor: „Es ist unredlich, wenn die dort ansässige Firma sich jetzt mit Maßnahmen in punkto Umwelt- und Naturschutz profilieren will. Die Ansiedlung des Unternehmens war mit einer derart drastischen Zerstörung von Natur und Umwelt verbunden, dass an eine Kompensation nie und nimmer zu denken ist. Was momentan auf dem Zollbahnhof passiert, ist nichts anderes als die übliche Green-Washing-Masche“. Baus wies ausdrücklich darauf hin, dass es zum jetzigen Zeitpunkt auch keinen Sinn mache, Gespräche mit der Firma zu führen. Vordringlich sei zunächst die Klärung der rechtlichen Fragen, und in diesem juristisch sehr komplizierten Verfahren seien die Behörden wie Ministerien die Ansprechpartner - deren Verhalten müsse zunächst auf den Prüfstand. Dazu seien im Verbund der Gemeinde Kirkel, der Bürgerinitiative und dem Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) Saar verschiedene Schritte auf den Weg gebracht und Rechtsmittel eingelegt worden, deren Ergebnisse aber noch ausstehen.

Großer bürokratischer Aufwand sei auch bei der Neufassung der Vereinssatzung erforderlich gewesen, was im Wesentlichen auf der Forderung des zuständigen Finanzamtes nach Angleichung der Statuten an die aktuellen Vorschriften für gemeinnützige Vereine sowie der Forderung des NABU-Landesverbandes Saar nach Anpassung an die von diesem Mustersatzung zurückzuführen sei.

Nach den Berichten von Kassierer Hans-Jürgen Sand und Vogelwart Dieter Geib - er betreut aktuell rund 150 Nistkästen - wurde die neue Satzung einstimmig beschlossen. Unter der Versammlungsleitung von Ortsvorsteher Peter Voigt fanden schließlich die Entlastung und die Neuwahlen des Vorstandes statt. Martin Baus als Vorsitzender, Bernd Binkle als sein Stellvertreter, Hans-Joachim Schindelhauer-Deutscher als Schriftführer und Hannes Sand als Kassierer - er übt diese Funktion seit 32 Jahren aus - wurden ebenso bestätigt wie Dieter Geib als Vogelwart und Herbert Biehl, Heinz-Günther Wolf und Marion Geib als Beisitzer.

Martin Baus



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