Botanische Exkursion bei widrigem Wetter in Montenach


Juni 2012



Sie waren schon von der hartgesottenen Sorte, jene Naturkundler, die sich bei heftigstem Dauerregen aufmachten, um im Saarlorlux-Dreiländereck nach seltenen Pflanzenarten Ausschau zu halten. Eine Exkursion in das Naturschutzgebiet bei Montenach hatte der Altstadter Naturschutzbund in Zusammenarbeit mit der saarpfälzischen Kreisvolkshochschule auf dem Plan, und selbst das widrigste Wetter konnte die botanischen Wanderer nicht von ihrer Tour abhalten.

Bestens bewehrt mit Gummistiefeln, Regencapes und Schirmen ging es bald vier Stunden lang über Stock und Stein die sieben Montenacher Hügel hinauf und schlammige Täler wieder hinunter. Unter der Leitung des 82-jährigen Willi Hammer (2. von rechts) aus Homburg, früher Studienrat am Mannlich-Gymnasium, gab es auf dem lothringischen Kalkboden allen Unbilden zum Trotz eine ganze Menge an Raritäten zu bestaunen – beispielsweise die seltene Hirschzunge, die sich in voller Pracht und außergewöhnlicher Größe an einem Steilhang präsentierte, oder gleich mehr als zwei Dutzend Orchideenarten.

Aber nicht nur der Pflanzenwelt galt das Interesse; auch das ausgeklügelte Wegenetz, das Interessierte zu den behutsam beschilderten Pflanzen führt und das die Besucherströme so lenken soll, dass das Schutzgebiet keinen Schaden nimmt, wurde kritisch in Augenschein genommen. Nicht mehr betreten wurde indes das eigens eingerichtete Naturschutzzentrum der 107 Hektar großen „Reserve naturelle“: „So, wie wir aussehen, wären wir da drinnen unzumutbar“, meinte denn Willi Hammer angesichts der lehmigen Schuhe und des klatschnassen Equipments nach der Natur-Tour.


Text und Foto: Martin Baus


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