Thuja-Pflanzung am Altstadter Feuerwehrgerätehaus

Christiane Nagel Naturschutzbeauftragte
Alt-Homburger-Str. 16, 66424 Homburg
Tel.: 06841/89772
11.01.2005


An den Bürgermeister
der Gemeinde Kirkel
Herrn Armin Hochlenert

66459 Kirkel

Thuja-Pflanzung am Altstadter Feuerwehrgerätehaus

Sehr geehrter Herr Hochlenert,

zuerst möchte ich Ihnen beruflich wie auch privat alles erdenklich Gute für das neue Jahr wünschen und mich nochmals dafür bedanken, dass Sie sich im Dezember Zeit für ein persönliches Gespräch genommen hatten.

Kaum hat das neue Jahr begonnen, muss ich mich wieder an Sie wenden. Es betrifft die Thuja-Pflanzung am Altstadter Feuerwehrgerätehaus. Eine artenreiche Hecke aus heimischen Sträuchern wurde zum Großteil entfernt und durch immergrüne Koniferen ersetzt, die für die heimische Tierwelt keinen nennenswerten Nutzen besitzen und optisch eine Katastrophe darstellen.

Von den naturschutzfachlichen Einwänden abgesehen wiegt für mich der Eingriff in die „Dorfstruktur“ noch schwerer.
In anderen Orten des Saarlandes (z.B. Wolfersheim, Wochern, Wustweiler) bemühen sich engagierte Dorfgemeinschaften mit z.T. sehr großem persönlichen Einsatz und „Herzblut“ um den Erhalt und die Wiederbelebung typisch dörflicher Strukturen. Dazu zählt neben dem Erhalt alter Bausubstanz und der regionaltypischen Gestaltung von Straßen, Wegen und Plätzen im großen Maße auch das „grüne Gesicht“ unserer Dörfer. Dieses „grüne Gesicht“ verliert leider immer mehr an Charakter und nähert sich immer mehr dem Aussehen städtischer Siedlungen an. Eine Gemeinde kann auf ihren Flächen eine große Vorbildfunktion bei der Anlage und Pflege von Grünflächen für die Gestaltung privater Gärten übernehmen (lebendiges Grün, statt tote Koniferenwüsten).

In den meisten Fällen steckt sicherlich kein „böser Wille“ hinter solchen Fehlentscheidungen, sondern eher mangelndes Fachwissen und fehlendes Hintergrundwissen. Von daher würde ich dem Altstadter Ortsrat (Limbach, Kirkel wie auch der Bau- und Umweltausschuß könnten sich anschließen) empfehlen, eine fachkundliche Führung durch Wolfersheim oder Wustweiler wahr zu nehmen, um sich vor Ort anzusehen, wie schön sich ein Ort entwickeln und darstellen kann, wenn an der einen oder anderen Stelle die „Weichen anders gestellt“ werden (Prämierungen auf Landes- wie auch Bundesebene belohnen diesen Einsatz). Ich biete mich auch an, vor den Gemeindegremien einen Dia-Vortrag zum Thema „Naturschutz vor der Haustür“ zu halten, wo durch die Gegenüberstellung vieler Postitv- und Negativbeispiele gezeigt wird, wie man es auch anders machen kann.

Ich freue mich auf eine konstruktive Zusammenarbeit im neuen Jahr.

Herzliche Grüße


Christiane Nagel


Ein zu empfehlendes Buch:

Dieter Wieland, Peter M. Bode, Rüdiger Disko: Grün Kaputt – Landschaft und Gärten der Deutschen, Raben Verlag München, ISBN:3-922696-43-0

 


 


Fotos: Geib

 


zurück
Letzte Änderung: 15.01.2005