Altstadter Naturschutzbund protestiert
gegen Straßenbauprojekt in der Kirchdell


Weder Gegenliebe noch Verständnis hat der Naturschutzbund (NABU) für die Pläne der Verwaltungsspitze im Limbacher Rathaus, den Feldweg in der Altstadter Kirchdell zu einer Straße auszubauen und diese für den motorisierten Verkehr zu öffnen. Das Projekt, das kürzlich in geheimer Sitzung des Ortsrates zur Debatte stand, stieß in der Versammlung des Umweltverbandes auf massive Kritik. Aber nicht nur beim NABU formiert sich der Widerspruch, inzwischen gibt es auch eine Unterschriftenaktion, die von den Anwohnern der Straße "Zum Kirchberg" initiiert wurde. Zu Beginn des nächsten Jahres, am Samstag, 6. Januar, soll in einem Ortstermin gegen das Vorhaben protestiert werden.

"Zur Verbesserung der verkehrlichen Gesamtsituation im Bereich Turmstraße", so heißt es im von Bürgermeister Armin Hochlenert unterzeichneten "Sachverhalt" für den Ortsrat, "wird vorgeschlagen, den Feldweg dem allgemeinen Verkehr zu widmen und als Straße auszubauen". Die Planungen für die Verbindungsstraße zwischen "Zum Kirchberg" und "Turmstraße" sollen nach dem Willen der Verwaltung 2007, der Ausbau 2008 erfolgen. Für den Naturschutzbund ist dieser Beschlussvorschlag Anlass zu "heftiger Sorge", wie es in einem Schreiben an Landrat Clemens Lindemann heißt. Dieser hatte das Areal erst vor wenigen Jahren und mit Zustimmung der Gemeinde als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Der Ausbau zu einer Durchgangsstraße, so der NABU, aber auch bereits der befestigte Ausbau etwa mittels Asphalt oder Verbundsteinen, sei nicht zu verantworten. Die Sicherung des Landschaftsbildes, die Entwicklung von Lebensräumen oder die Erhaltung der charakteristischen, historischen Kulturlandschaft seien die Gründe für die Unterschutzstellung gewesen, daran habe sich gerade in diesem Bereich nichts geändert. Bei einer Versiegelung des Feldweges, so der NABU, seien noch verheerendere Auswirkungen von Starkregen zu erwarten als bisher, da die Niederschläge dann noch schneller den Hang zur Blies hinunter fluten. Die Unter- und Ausspülung von Gräbern auf dem Friedhof oder der durch Überflutung bedingte Einsturz der Friedhofsmauer seien durch die schon jetzt schwierige Wasserführung bedingt. Außerdem sei es ökologisch nicht zu verantworten, motorisierten Verkehr in das Landschaftsschutzgebiet zu verlagern.
Eine drastische Zunahme der Verkehrsbelastung befürchten die Anwohner der Straße "Zum Kirchberg" und der Turmstraße. Bei beiden handele es sich um reine Wohngebiete, die Turmstraße sei schließlich nicht ohne Grund als verkehrsberuhigte Zone ausgebaut. Eine Verbindungsstraße hätte "zwangsläufig eine erhebliche Mehrbelastung der Bewohner zur Folge. Außerdem sei zu befürchten, dass die von der Verwaltungsspitze gewünschte Passage als Abkürzung für den Durchfahrtsverkehr Bexbach - Homburg/Limbach und umgekehrt benutzt werde. Auch die Anwohner plädieren an Landrat Clemens Lindemann, als zustädnige Behörde "den Plänen eine Absage zu erteilen und sicherzustellen, dass der Charakter der Wohngebiete wie auch der angrenzenden Landschaft nicht zerstört oder beeinträchtigt wird". Unterschrieben haben bis auf zwei Ausnahmen sämtliche betroffenen Anwohner.

Der "Ortstermin" am Samstag, 6. Januar, beginnt um 14 Uhr am Ende der Straße "Zum Kirchberg". Alle Interessierten sind dazu eingeladen.

Martin Baus


Ökologisch gesehen das Idealbild eines Feldweges: Die offene Sandfläche bietet sogar seltenen Tierarten Lebensraum. Sp präsentierte sich der Feldweg in der Kirchdell in den 1980er Jahren.
Foto: Baus



 





 


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Letzte Änderung: 15.12.2006