Vom Silbergras und dem Ameisenlöwen auf den Limbacher Dünen-

Botanische Wanderung des Altstadter Naturschutzbundes mit Willi Hammer

Juni 2013

Das seltene Silbergras (im Vordergrund) als Anschauungsobjekt:
Willi Hammer (Mitte) erläuterte den Teilnehmern der Exkursion die Besonderheiten der Limbacher Sanddünen


Eigentlich sollte ja die eigentümliche Pflanzenwelt des Limbacher Dünengebietes im Blickpunkt der Exkursion stehen, dann aber stahl ein kurioses Tier der Vegetation die Schau: Der Ameisenlöwe avancierte unverrichteter Dinge zur Attraktion der naturkundlichen Wanderung, zu welcher der Altstadter Naturschutzbund zusammen mit der saarpfälzischen Kreisvolkshochschule eingeladen hatte. Die spezielle Geologie der Landschaft am Bliesbergerhof und deren Bewuchs wurden unter der Leitung von Willi Hammer, dem früheren Lehrer für Biologie und Chemie am Homburger Mannlich-Gymnasium, in Augenschein genommen.

Vom Schlossberg und vom Webersberg in Homburg stammen seinen Worten nach die riesigen Mengen des feinkörnigen und hellen Sandes südlich von Limbach. „Starke Winde haben diesen Sand über die paar Kilometer geweht und hier aufgetürmt“, skizzierte Hammer mit der Silhouette der beiden Erhebungen als Kulisse. Das sei freilich schon eine Weile her, sei in der letzten, der „Würm“-Eiszeit passiert – sie endete vor mehr als 10.000 Jahren – und dauerte auch eine Weile, auch wenn der Zeitraum für die Aufschichtung der Dünen erdgeschichtlich betrachtet relativ kurz war. Auch in Homburg, in der Nähe des Friedhofs, befinde sich eine ähnliche Dünenlandschaft.


Der viele Meter mächtige Sand sei sehr wasserdurchlässig, so der Exkursionsleiter weiter. Wenn dann noch die Sonne auf den extrem trockenen Boden brenne, dann werde den dort vorkommenden Pflanzen schon einiges an Durchhaltevermögen abverlangt. Und da solche Lebensräume an und für sich schon sehr selten seien, sehe es für die dort vorkommenden Gewächse ähnlich aus – „Viele stehen auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten“, skizzierte Hammer. Ein Beispiel dafür wurde im Rahmen der Begehung gleich an mehreren Stellen gefunden, das Silbergras nämlich, das namentlich auf Flugsandfeldern vorkommt. Die Pflanze ertrage im Sommer Temperaturen bis zu 60 Grad, sterbe allerdings bei scharfem Frost ab. Und: Das Silbergras wächst extrem langsam und wird nicht einmal von Schafen gefressen, weil sein Nährstoffgehalt äußerst gering ist. Zusammen mit einer Reihe anderer, nicht minder unscheinbarer Pflanzen sorgt es im Verbund der nach ihm sogenannten Silbergrasfluren mit dafür, dass Wanderdünen sich stabilisieren und ihre Bewegung mit der Zeit aufgeben. Bauernsenf, Frühlingsspark, Straußgras und Schmalblättriger Ampfer seien die „Kennarten“, die auch dem als Naturschutzgebiet ausgewiesenen Trockenbiotop das besondere Aussehen verleihen.


Und dann lenkte der Ameisenlöwe die Aufmerksamkeit auf sich - die kleinen Trichter, die auf dem offenen Sandboden ins Auge stachen, verrieten, dass das Insekt auf der Limbacher Düne zugange ist. Eine gute Viertelstunde braucht das Tier etwa, um diese „Falle“ zu bauen, wobei seine „Kunst“ darin besteht, die Neigung der Trichterwände genau dem Reibungswinkel des Materials – bei Sand etwa 30 Grad – anzupassen. Jedes Tier, dass hineinfällt, kommt deswegen kaum mehr heraus und fällt dem Ameisenlöwen, des Miniaturkraters auf seine Beute wartet, geradewegs in die Fänge. Und diese ausgeklügelte Jagdmethode wurde von den Teilnehmern der NABU-Wanderung denn auch ausgiebig simuliert.            

 

     

Silbergras und Ameisenlöwe


Text: Martin Baus
Fotos: Martin Baus, wikipedia

 

zurück zur übersicht